Selbstbild – Fremdbild: Wieso du denkst wie du denkst

Das Spannungsfeld zwischen Fremdbild und Selbstbild ist ein faszinierendes Thema, das viele Aspekte unseres sozialen Lebens berührt. Das Selbstbild ist die Art und Weise, wie wir uns selbst sehen, unsere Überzeugungen über unsere Persönlichkeit, Fähigkeiten, Werte und unser Aussehen. Im Gegensatz dazu steht das Fremdbild, also wie andere Menschen uns wahrnehmen. Interessanterweise gibt es oft eine Diskrepanz zwischen diesen beiden Bildern.

Diese Diskrepanz entsteht, weil jeder Mensch eine einzigartige Perspektive hat. Unsere Selbstwahrnehmung ist durch unsere persönlichen Erfahrungen, Gefühle und Gedanken geprägt, die anderen nicht vollständig zugänglich sind. Andererseits basiert das Fremdbild auf Beobachtungen und Interpretationen von außen, die durch die eigenen Erfahrungen, Vorurteile und Erwartungen der anderen gefiltert werden.

Ein weiterer Grund für die Unterschiede zwischen Selbst- und Fremdbild ist die Tendenz, dass Menschen sich selbst in einem positiveren Licht sehen möchten. Dieses Phänomen, bekannt als „positivity bias“, führt dazu, dass wir unsere Fehler und Schwächen oft herunterspielen und unsere Stärken betonen. Andere hingegen haben möglicherweise nicht dieselbe Tendenz, uns durch eine solche wohlwollende Linse zu betrachten.

Kommunikation spielt auch eine entscheidende Rolle bei der Formung des Fremdbildes. Missverständnisse und unterschiedliche Interpretationen von Worten und Handlungen können zu einem verzerrten Bild führen. Zudem kann die Art, wie wir kommunizieren, bewusst oder unbewusst, dazu beitragen, wie andere uns sehen.

Soziale Medien haben die Art und Weise, wie Fremdbild und Selbstbild interagieren, weiter verkompliziert. Die Online-Präsenz ermöglicht es uns, ein sorgfältig kuratiertes Bild von uns selbst zu präsentieren, das nicht unbedingt die volle Wahrheit oder unser reales Leben widerspiegelt. Dies kann zu einer noch größeren Kluft zwischen dem, wie wir uns selbst sehen und wie andere uns sehen, führen.

Letztendlich ist es wichtig zu erkennen, dass weder das Selbstbild noch das Fremdbild eine absolute Wahrheit darstellen. Beide sind subjektive Konstruktionen, die sich im Laufe der Zeit ändern können. Ein Bewusstsein für diese Dynamik kann uns helfen, uns selbst und andere besser zu verstehen und zu akzeptieren. Es kann auch dazu beitragen, dass wir empathischer mit den Wahrnehmungen anderer umgehen und uns bemühen, unsere Kommunikation und unser Verhalten zu verbessern, um Missverständnisse zu minimieren und ein authentischeres Bild von uns selbst zu vermitteln.

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